Statement von Bea Häseli-Fürst
Statement von Bea Häseli-Fürst
Die Grundausbildung Shiatsu, die sehr yang geprägt war, speziell deren Abschluss, rief den Wunsch wach, vertiefter und gezielter der yin-Qualität Beachtung zu schenken. In dieser Zeit fiel mir der Shin-So Shiatsu Flyer in die Hände – dieser sprach mich sehr an. Was natürlich sehr für diese Weiterbildung sprach, war die Tatsache, dass diese Technik direkt vom effektiven „Begründer“ weitergegeben wurde. Im Weiteren hat mich der mehrteilige Workshop angesprochen, d.h. neu Gelerntes konnte zu Hause über einige Zeit geübt und angewendet werden. Dass ich zu Beginn mit den einzelnen Level-Schwerpunkten noch nicht soviel anfangen konnte, war einerlei – wichtig war, dass auf den mir bekannten Masunaga-Meridianen aufgebaut wurde.
Schon sehr bald hat sich meine Shiatsu-Arbeit verändert. Die ursprüngliche Hara-Diagnose habe ich zwar immer gemacht, meine Klientinnen und Klienten auch danach behandelt. Aber jetzt, mit der neuen Diagnose wurde ich mir viel sicherer. Nicht nur sicherer, meine Arbeit wurde viel zielgerichteter, geradliniger und effizienter. Hatte ich bisher „nur“ meinen Körper zum Einsatz bringen können (plus Moxa/Schröpfen), konnte ich jetzt je nach Klient variieren. Ich kann jetzt ganz gezielt Schmerzpunkte der Klienten behandeln, kann je nach Klient die Ursachen des Leidens mit Yaki Hari, IP-cord oder Shiatsu angehen. Möglichkeiten in der Behandlung gibt es viele! Seit geraumer Zeit arbeite ich vor allem mit Shiatsu (und lokalen Schmerzbehandlungen). Ich habe das Bedürfnis mit meinen Händen am Körper des Klienten zu arbeiten und so einen Energieausgleich auszuführen.
Im Hinblick auf die Abschlussarbeit habe ich mich selber blockiert. Das Datum war gesetzt, doch ich konnte oder wollte nicht daran denken. Eine der Fragen am letzten Übungstag: Hast du Zeit?, habe ich ohne langes Überlegen sofort mit ja beantwortet.
Aber die Zeit-Frage ist trotzdem eine der Hauptpunkte, weshalb ich mir einen Arbeitsstau/-stress produzierte. Ich habe zwar Zeit für alles, nebst Haushalt mit Mann und drei Kindern, Shiatsu-Arbeit und Freizeit. Aber effektive Zeit, um meine Arbeit an die Hand zu nehmen, habe ich nicht eingeplant – so war sie auch nicht vorhanden!
Ausserdem habe ich an mich selber den Anspruch perfekt sein zu müssen!
Dies klappt vielfach auch, aber damit setzte ich mich natürlich auch unter persönlichen Stress, weil ich ja meinen Ansprüchen genügen will. Und weil sonst alles so mehr oder weniger rund läuft, habe ich die „Shin-So Arbeit“ wie ausgeblendet, verdrängt. Mein Mann wusste zwar um meine Arbeit, die Kinder aber nicht wirklich (wie sich jetzt herausgestellt hat). Erst jetzt, da ich es allen gegenüber kommuniziert habe, fällt es mir mit einem Male viel leichter, Zeit (und Lust) für die Arbeit zu finden. Die Kinder nehmen mir Arbeit im Haushalt ab, mein Mann hilft, wo er kann, sodass ich mich wirklich auf meine Arbeit einlassen kann. Ich muss mir aber wirklich immer wieder sagen: nicht alles muss heute oder von mir gemacht werden!
Shin-So Shiatsu ist so vielseitig in der Anwendung, gezielt und rasch. Ich freue mich sehr, hier weiter auf dem Weg mitgehen zu dürfen und freue mich auf alles noch Kommende.
„Der Weg ist das Ziel,
das Ziel ist der Weg.“
(Chinesisches Sprichwort)
